Burcu Bostan
    Burcu Bostan 13.02.2026 5 Minuten

    Zwischen Umzügen und Partys geraten die Verkehrsregeln leicht in den Hintergrund. Ein fataler Irrtum: Gerade an Karneval wird im Straßenverkehr verstärkt kontrolliert – mit teuren Folgen bei Verstößen.


    Das Wichtigste in Kürze:

    • Schon ab 0,3 Promille drohen strafbare Folgen bei alkoholbedingten Ausfallerscheinungen.
    • Ab 0,5 Promille sind mindestens 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot vorgesehen.
    • Auch Restalkohol am Morgen danach ist riskant: Durchschnittlich sinkt der Promillewert nur um 0,1 pro Stunde.
    • Wer maskiert Auto fährt und dadurch beeinträchtigt ist, riskiert ebenfalls Sanktionen.


    Grenzwerte für Alkohol

    Gerade in der Karnevalszeit stellen sich viele Autofahrer die Frage, ab welchem Promillewert ein Verstoß gegen Alkohol am Steuer vorliegt. Maßgeblich sind die gesetzlichen Promillegrenzen und das konkrete Fahrverhalten.

    Bereits ab 0,3 Promille kann eine strafbare relative Fahruntüchtigkeit vorliegen, wenn zusätzlich alkoholbedingte Ausfallerscheinungen festgestellt werden, etwa unsichere Fahrweise oder ein Verkehrsunfall. In diesem Fall droht eine Verurteilung wegen Trunkenheit im Verkehr nach § 316 StGB.

    Wer die 0,5-Promille-Grenze erreicht oder überschreitet, begeht unabhängig von Fahrfehlern eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 24c StVG. Die Rechtsfolgen: 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte im Fahreignungsregister sowie ein einmonatiges Fahrverbot beim Erstverstoß.



    Alkoholverbot in der Probezeit

    Für Fahranfänger in der Probezeit sowie für Fahrer unter 21 Jahren gilt ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.

    Ein Verstoß gegen die 0,0-Promille-Grenze wird als schwerwiegender A-Verstoß eingestuft. Neben einem Bußgeld und einem Punkt nach dem Bußgeldkatalog 2026 sind regelmäßig eine Verlängerung der Probezeit sowie die Teilnahme an einem Aufbauseminar vorgeschrieben. Für junge Fahrer kann dies erhebliche finanzielle und organisatorische Folgen haben.



    Gefahr durch Restalkohol

    Ein häufig unterschätztes Risiko ist der sogenannte Restalkohol im Blut. Auch Stunden nach der Feier kann der Promillewert noch über den zulässigen Grenzen liegen.

    Zwar wird oft ein durchschnittlicher Abbau von etwa 0,1 Promille pro Stunde angenommen, doch dieser Wert variiert stark je nach körperlicher Konstitution und Trinkverhalten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte das Fahrzeug im Zweifel stehen lassen.


      Mit dem Promillerechner erhalten Sie eine unverbindliche erste Orientierung zu Ihrem möglichen Promillewert.

    Maskiert am Steuer?

    Auch ohne Alkohol kann ein Verstoß vorliegen: Wer mit einer Maske oder einem voluminösen Kostüm fährt und dadurch die Wahrnehmung beeinträchtigt, handelt ordnungswidrig nach § 23 StVO.

    In der Regel wird ein Verwarnungsgeld verhängt. Kommt es jedoch zu einem Unfall, kann die Versicherung prüfen, ob grobe Fahrlässigkeit vorliegt. In solchen Fällen drohen Leistungskürzungen in der Kaskoversicherung.

    Wer rechtliche und finanzielle Risiken vermeiden möchte, sollte daher alternative Transportmöglichkeiten nutzen oder sowohl Alkohol als auch einschränkende Kostümierungen am Steuer vermeiden.



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    Quellen

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