Burcu Bostan
    Burcu Bostan 06.02.2026 5 Minuten

    Ein Schluck zu viel kann auf zwei Rädern schnell gefährlich werden und doch bleibt es häufig ohne rechtliche Folgen. Das könnte sich bald ändern: In Goslar wird diskutiert, ob die Promillegrenze für Radfahrer gesenkt wird und Alkohol am Lenker schneller strafrechtlich relevant ist.


    Das Wichtigste in Kürze:
    • Bislang ist Radfahren unter Alkohol erst ab 1,6 Promille strafrechtlich relevant – beim Verkehrsgerichtstag wird die Schwelle erneut hinterfragt.
    • Polizei und Richterbund betonen, dass 1,6 Promille bereits starke Beeinträchtigungen verursachen können und dadurch Unfälle wahrscheinlicher werden.
    • Die GdP setzt sich für 1,1 Promille als neuen Grenzwert ein, um die Regeln stärker an den Autoverkehr anzulehnen.
    • Aus Goslar kommen Impulse für den Gesetzgeber: nicht verpflichtend, aber häufig richtungsweisend für Reformen.


    Niedersachsen drängt auf strengere Regeln

    Nach einem Abend mit Alkohol wirkt das Fahrrad für viele wie die „vernünftige“ Option – kein Auto, kein Motor, also kein großes Thema. Genau diese Annahme wird jetzt angegriffen. Der Niedersächsische Richterbund sieht die derzeitige 1,6-Promille-Grenze kritisch: Bei solchen Werten seien erhebliche Ausfallerscheinungen möglich, die das Unfallrisiko auch auf zwei Rädern spürbar erhöhen.

    Parallel fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Absenkung – mindestens auf 1,1 Promille. Das wäre eine klare Annäherung an den Grenzbereich, der bei Alkohol am Steuer für Autofahrer maßgeblich ist.


      Was viele unterschätzen: Auch auf dem Fahrrad kann Alkohol schnell Folgen haben. Eine verständliche Übersicht zu Regeln und möglichen Konsequenzen bietet der Bußgeldkatalog für Fahrradfahrer.

    Verkehrsgerichtstag: Empfehlungen mit Gewicht

    Die Debatte bekommt zusätzliche Dynamik, weil sie im Umfeld des Verkehrsgerichtstag geführt wird. Seit 1963 treffen sich dort jährlich in Goslar – meist Ende Januar – rund 1.500 bis 2.000 Fachleute aus Justiz, Anwaltschaft, Wissenschaft und Praxis.

    In Arbeitsgruppen werden aktuelle Fragen des Verkehrsrechts diskutiert und anschließend als Empfehlungen an die Politik übergeben. Auch wenn diese Papiere nicht bindend sind, waren sie in der Vergangenheit oft Wegbereiter: Impulse aus Goslar mündeten unter anderem in die Gurtpflicht, strengere Regeln zu Handy am Steuer sowie den „Führerschein mit 17“.

    Genau deshalb lohnt sich der Blick nach Goslar – denn aus einer Fachdiskussion kann schnell ein neuer Maßstab für den Alltag werden.





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    Quellen & weiterführende Hinweise
    • GdP zum Verkehrsgerichtstag 2026
      Gewerkschaft der Polizei
      Einordnung und Forderungen der Gewerkschaft der Polizei anlässlich des Verkehrsgerichtstags 2026; zuletzt abgerufen am 06.02.2026.
    • Deutscher Verkehrsgerichtstag
      Deutscher Verkehrsgerichtstag
      Offizielle Webseite des Deutschen Verkehrsgerichtstags mit Informationen zu Arbeitskreisen, Themen und Beschlüssen; zuletzt abgerufen am 06.02.2026.
    • Beschlüsse des 64. Verkehrsgerichtstags (AK II)
      Deutscher Verkehrsgerichtstag
      PDF-Dokument mit den Empfehlungen und Beschlüssen des Arbeitskreises II des 64. Verkehrsgerichtstags; zuletzt abgerufen am 06.02.2026.
    • Bußgelder für Fahrradfahrer
      derbussgeldkatalog.de
      Informationen zu typischen Verkehrsverstößen von Radfahrern und den dafür vorgesehenen Sanktionen; zuletzt abgerufen am 06.02.2026.
    • Ratgeber zum Führerschein
      derbussgeldkatalog.de
      Blogbeiträge zu Führerschein, Entzug, Neuerteilung, Probezeit und rechtlichen Besonderheiten; zuletzt abgerufen am 06.02.2026.

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